Hallo Alle!
Ich bin der Brommel. Ich wurde ja eigentlich Rommel getauft, aber man beschloss später meinen Namen zu ändern…sie sagten, dass ich mit dem Namen eines Generals bestimmt nicht schnell adoptiert werden würde. Ich bin ein Husky-Mix und ein ganz ruhiger Hund. Ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen.
Ich lebte in Vilanova del Camí in einer Art Lager. Eines Tages beschloss mein Besitzer, dass er mich loswerden wollte. Ich war ganz erstaunt, da ich noch sehr jung und auch sehr ruhig war. Nie habe ich mich beschwert wenn mein Teller leer war oder es kein Wasser in meiner Schale gab. Ich war immer glücklich wenn mein Herrchen kam obwohl er meistens schlecht gelaunt war, weil er die Nacht in einer Kneipe verbracht hatte und einen über den Durst getrunken hatte. Ich wollte ihn grüssen und er stieß mich mit dem Fuß weg „lass mich doch in Ruhe!“. Manchmal war ich ja ganz glücklich, dass ich nicht bei ihm Zuhause wohnte, wer weiß wie er sich verhalten hätte, stock besoffen und schlecht gelaunt. Da war ich doch viel besser im Lager aufgehoben, trotz der Kette, an der ich angebunden war.
Er nahm mich also mit und wir landeten in einem Ort, an dem es viele Hunde gab, es war das alte Tierheim in Vilanova. Wisst ihr was mir dort vor allem auffiel? Dass man da jeden Tag was zu essen bekam! Ja, ja…jeden Tag und außerdem hatte ich immer frisches Wasser. Das war alles neu für mich. Ich kann mich noch an Dolors erinnern und an Isaac, Núria und Mª Àngels ... dank ihnen lernte ich das, was ihr Menschen Wärme nennt…die Leute mochten mich, nicht nur mich, sondern auch alle meine Kumpels, die dort wohnten, kamen und gingen... Es waren schwierige Zeiten, aber sie schafften es.
Im März 2003 zogen wir in die neue Anlage in Odena und dort war ich noch bis Sommer 2004.
Ich kann mich noch gut daran erinnern. Es war Freitag Nachmittag, der 4. Juli 2004, als ich, zusammen mit anderen Kumpels, unter anderem Cuco, Troll und Peaks, in Boxen untergebracht wurden und dann mit einem Transporter nach Deutschland fuhren.
Ich kann Isaac noch hören: „Rommel setzt einen Meilenstein in die Geschichte von APAN ” Damals hatte ich keine Ahnung was er damit meinte, aber in der Zwischenzeit glaube ich dass er damit meinte, dass ich einer der letzten Hunde aus Vilanova war, der APAN verließ.
Núria und Maite waren diejenigen, die uns durch Frankreich und nach Deutschland brachten. Oh Mann, da waren so viele Leute, die uns bei unserer Ankunft erwarteten und sie sprachen alle ganz komisch…Deutsch, nannten sie es.
Da lernte ich Marlis Schönfeld kennen. Sie warf sich an meinen Hals…und ich verstand nur Bahnhof. Warum freute sich denn diese Frau, die mich noch nie gesehen hatte, so sehr, warum küsste sie mich, warum gab sie mir so viele Leckerlies? Und dann kam ja das aller Beste: Wir stiegen in ein Auto und fuhren in ein Haus!! Das war das erste Mal, dass ich eins sah, ehrlich!
Marlis wird immer einen besonderen Platz in meinen Herzen haben, auch die Leute aus Vilanova. Sie nahm mich in Pflege. Ja sie wählte mich, einen Hund, der nicht mehr der Jüngste und auch nicht besonders hübsch war. Ich sah zum ersten Mal ein Sofa…Mann, das ist ja was super bequemes, und die Spazierfahrten mit Marlis und ihrem Fahrrad…mmmm, zwei wunderbare Jahre!
Lasst mich aber ganz kurz meine Geschichten unterbrechen um euch zu erklären, wie wichtig Pflegestellen für Tiere sind, die schon lange im Tierheim sind oder, weil sie nicht die Hübschesten oder vielleicht Gesundheitsprobleme haben, schwer zu vermitteln sind. Dank dieser wunderbaren Familien, die bereit sind uns aufzunehmen, haben Hunde wie ich eine Chance!!
Ich wünsche mir ja auch so sehr, dass die kleine Welpin, die damals nach Vilanova kam, als ich noch jung war und immer noch im Tierheim in Odena lebt, auch so eine Chance hätte wie ich. Rikku ich wünsche dir ja so sehr, dass auch du eines Tages entdecken kannst, was die Wärme einer Familie bedeutet, fühl dich gedrückt, kleines Mädel…inzwischen musst du ja schon fast fünf Jahre alt sein.
Wenn ich ehrlich sein soll, ging es mir bei Marlis eigentlich super gut, ich war ein Familienmitglied. Viele Familien hatten nach mir gefragt, aber für Marlis war keine gut genug. Bis sie eines Tage eine E-Mail aus Schweden bekam. Schweden? Ich hatte keine Ahnung was sie damit meinte... sie sagte das sei im Norden…im Norden von was?
Eine Marita Berggren wollte mich adoptieren. Marita hatte scheinbar die Website von APAN über einen Link auf der Seite der schwedischen APAN Mitarbeiter, ADA besucht. Sie hatte bereits zwei Hunde, einer aus Spanien, den sie über ADA adoptiert hatte.
Sie machte alles um als mögliche Adoptantin in Frage zu kommen, auch wenn sie in Schweden wohnte. Dank der Leute von ADA konnte auch eine Vorkontrolle organisiert werden. Sie war sogar bereit mit dem Auto von Schweden nach Deutschland zu fahren um mich abzuholen. Aber dann beschloss sie Marlis und mich nach Schweden einzuladen, damit Marlis eine Woche mit mir und meiner neuen Familie erleben konnte.
Vor einigen Wochen stiegen also Marlis und ich in ein Flugzeug und jetzt…lebe ich in Rengsjö, mit meiner neuen Familie. Hier ist alles so schön…Es gibt riesige Seen und sie haben mir erzählt, dass es im Winter über einem Meter Schnee gibt!
Und Marita ist ja so lieb, sie sagt, dass sie es einfach nicht verstehen kann, dass die Leute nur hübsche „Markenhunde“ wollen… und ich muss immer lachen…dass ist genau das, was Marlis immer sagte!
So, das war’s eigentlich, eine „kurze“ Geschichte von einem Hund, wie viele andere, dessen Leben wahrscheinlich früh aufgehört hätte, geschlagen von seinem betrunkenen Besitzer. Aber ich hatte das Glück in ein Tierheim zu kommen wo man sich um sich kümmerte und mir zeigte was es heißt, geliebt zu werden. Ich fand eine Pflegefamilie wo sie mich als Familienmitglied betrachteten und schließlich fand ich meine neue Zukunft in Schweden.
Manchmal glaube ich, dass ich eines Tages aufwachen werde und dass alles nur ein „Sommernachtstraum“ gewesen ist.
Ich danke euch allen!! Alle die es möglich machen, dass Hunde wie ich eine Chance bekommen.
Euer Brommel
Schweden, Juni 2006
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